Gestern postete ein Freund sein selbstgekochtes englisches Frühstück bei Facebook. Beim
Anblick des Fotos mit Backed Beans erinnerte ich mich an eines meiner absurdesten
Fernseherlebnisse: Bei Alfredissimo bereitete die Schauspielerin Anna Thalbach ein
englisches Frühstück zu. Biolek, zuvorkommend wie immer, stellte zu Beginn der Sendung nonchalant ein paar Fragen und Thalbach schwärmte: “Ich koche sehr gerne für Freunde und tue ihnen damit etwas Gutes. Ich mag es, wenn es den Leuten, die ich gerne habe, gut geht” und sagte Dinge wie “Jeder, der zu mir kommt, bekommt dann mein englisches Frühstück. An diesem Gericht erkennt mich jeder. Wer so ein warmes Frühstück einmal bei mir gegessen hat, kommt auch immer wieder”. Der Zuschauer wartete nunmehr gespannt, mit welcher lukllischen Gaumenfreude Thalbach angesichts dieses aufgebauten Erwartungshorizonts aufwarten würde.
Sofort machte sich Anna Thalbach ans Werk und schwups, ehe Bio sich
versah, standen zwei Dosen Campbell’s Baked Beans auf dem Tresen. Es wurde ein wenig Speck
aus einer Packung gerissen und in der Pfanne angebraten, dazu zwei Spiegeleier und während
die Dosenbohnen in ihrer dicklich, rötlichen Soße im Topf wabernd vor sich hin köchelten (kamera von oben!), versuchte Biolek die Situation zu retten mit Kommentaren wie: “Ah, Oh, ja, interessant! So machen die Engländer das also?”
Angesichts der ganzen Kochshows, in denen sich Otto Normalo neuerdings an den kompliziertesten, aufeinandergestapelten Cremespeisen und unaussprechlichsten Vorspeisen in den wildesten Kombinationen versucht, war Thalbachs “Way of Basic Cooking” eigentlich gar nicht so verkehrt, Reduce to the max! Das ist es, was die Frauen und Mütter von heute wirklich brauchen: Dose auf, Maul auf, Freunde satt! Glück kann so einfach sein!
Gestern postete ein Freund sein selbstgekochtes englisches Frühstück bei Facebook. Beim Anblick des Fotos mit Baked Beans erinnerte ich mich an eines meiner absurdesten Fernseherlebnisse: Bei Alfredissimo bereitete die Schauspielerin Anna Thalbach ein englisches Frühstück zu. Biolek, zuvorkommend wie immer, stellte zu Beginn der Sendung nonchalant ein paar Fragen und Thalbach schwärmte: “Ich koche sehr gerne für Freunde und tue ihnen damit etwas Gutes. Ich mag es, wenn es den Leuten, die ich gerne habe, gut geht” und sagte Dinge wie “Jeder, der zu mir kommt, bekommt dann mein englisches Frühstück. An diesem Gericht erkennt mich jeder. Wer so ein warmes Frühstück einmal bei mir gegessen hat, kommt auch immer wieder”. Der Zuschauer wartete nunmehr gespannt, mit welcher lukullischen englischen (Achtung: contradictio in adiecto) Sensation Thalbach angesichts dieses aufgebauten Erwartungshorizonts aufwarten würde.
Sofort machte sich Anna Thalbach ans Werk und schwups, ehe Bio sich versah, standen zwei Dosen Campbell’s Baked Beans auf dem Tresen. Es wurde ein wenig Speck aus einer Packung gerissen und in der Pfanne angebraten, dazu zwei Spiegeleier und während die Dosenbohnen in ihrer dicklich, rötlichen Soße im Topf wabernd vor sich hin köchelten (Kamera von oben!), versuchte Biolek die Situation zu retten mit Kommentaren wie: “Mhhhh, ah, oooooh, ja, interessant! So machen das die Engländer also?” als sei die Entdeckung der Dose ein Meilenstein im Gault Millau neumodischer Gourmettrends.
Das war 2008. Angesichts des Unwesens an TV-Kochshows, in denen sich Otto Normalo auf kosten der GEZ neuerdings an den kompliziertesten, aufeinandergestapelten Cremespeisen (möglichst im dickbauchigen Weinglas serviert!) und unaussprechlichsten Vorspeisen (hui, das ist aber toll dekoriert!) in den wildesten Kombinationen versucht, war Thalbachs “way of (very) basic cooking” eigentlich gar nicht so verkehrt, reduce to the max! Das ist es, was die Frauen und Mütter von heute wirklich brauchen: Dose auf, Maul auf, Freunde satt! Glück kann so einfach sein!